gamescom 2013 Rückblick

geschrieben von Stefan Brauner am 08.09.2013, 23:57

Was für eine Messe! Vor zwei Wochen ging die gamescom 2013 zu Ende und stellte deutlich einen neuen Besucherrekord auf. 340.000 Besucher, darunter über 29.600 Fachbesucher und 6.000 Journalisten, begutachteten das Angebot von 635 Ausstellern auf einer Fläche von 140.000 Quadratmetern. Sämtliche Besuchertickets waren ausverkauft. Es gab 400 zu begutachten. Wie im Vorjahr besuchten 120.000 Leute das gamescom festival.

Seit der Games Convention 2008 in Leipzig bin ich jedes Jahr für GamingCore.de vor Ort, somit auch in dieses Mal. Meine persönliche Statistik: 18 Präsentationen bei 10 Unternehmen in der Business Area und zusätzlich noch einige Hands-Ons und Präsentationen in der Entertainment Area. So gut war mein Terminkalender noch nie gefüllt. Zu mindestens der Hälfte wird es Vorschau-Artikel geben, einige davon sind bereits online.

Erneut ging es für mich am Dienstag mit der Pressekonferenz von Electronic Arts los. Knapp eine Stunde lang stellte der Publisher mit ihren Entwicklerteams zehn Titel vor, die auf der gamescom zu sehen waren. Die hatte zwar keine sonderlichen Überraschungen parat, dafür einige neuen Informationen zu den bestehenden Titeln. Eine Zusammenfassung gibt es in einem separaten Artikel.

Am Mittwoch war der Eröffnungstag für Presse, Fachbesucher und ab Nachmittag für Wild-Card-Gewinner. Erste Enttäuschung: Bereits am Vormittag waren sämtliche VIP-Tickets bei Ubisoft vergriffen. Da schon im Vorfeld der Watch Dogs-Termin gecancelt wurde, konnte ich mir den Blockbuster leider nicht ansehen. Dafür hatte ich endlich wieder Zutritt zur EA Lounge, um dort mehrere Stunden lang das Lineup zu inspizieren – die Zeit war notwendig, denn bei Titanfall und Battlefield 4 musste sogar in der Business Area ca. 45 Minuten gewartet werden. Im Anschluss folgten ein 60-Minuten-Termin für das Wolfenstein: The New Order-Hands-On.

Donnerstag und Freitag bestanden dann dafür aus deutlich mehr Terminen. Dies war auch besser so, denn die Hallen, Flure und Außenbereiche der gamescom außerhalb der Business Area waren sehr gut gefüllt. Der Weg von Halle 8 in die Business Area nahm etwas über 20 Minuten in Anspruch, da selbst zwischen den Bühnen und Warteschlagen kaum Platz war. Das gute Wetter ist erneut der gamescom treu geblieben, glücklicherweise nicht mehr ganz so heiß wie 2012.

Dank Klimatisierung ließ es sich überall recht gut aushalten, doch ohne ausreichend Trinken sollte die Messe besser nicht betreten werden. Darauf wies der Veranstalter via Facebook hin und die Getränkepreise auf Messen sind nie sonderlich günstig. Bei Dehydration sollte ein Sanitäter aufgesucht werden, doch ich konnte ebenso wenig wie die Leute, die bei Facebook kommentiert haben, überhaupt Sanitäter sehen. Vielleicht sollte dort künftig nachgebessert werden.

Die Wartezeiten in der Entertainment Area dürften wieder recht lang gewesen sein. Auffällige Markierungen wie letztes Jahr habe ich zwar nicht direkt gesehen, insbesondere bei Battlefield 4 standen jedenfalls wieder sehr viele Leute. Mindestens zwei Stunden waren dort mit Sicherheit einzuplanen. Bei Call of Duty: Ghosts ging es trotz vieler Interessenten immerhin etwas zügiger voran, da es zum einen ziemlich großen Bereich mit Rechnern und Konsolen gab und die Matches zum anderen nur knapp 10 Minuten gedauert haben, ehe die nächsten Spieler dran waren.

gamescom 2013

Der große Ansturm dürfte sicherlich an der Xbox One und der PlayStation 4 gelegen haben. Da der Fokus bei GamingCore.de auf PC-Titeln liegt und der Terminkalender ohnehin sehr gut gefüllt war, blieb fast keine Zeit, sich die Next-Gen-Konsolen genauer anzusehen. Lediglich Forza 5 habe ich vor dem Ansturm der Besucher noch kurz anspielen können. Als (fast) reiner PCler ist der Hype über die „Next Generation“ nicht unbedingt nachzuvollziehen. Die Spiele sehen im Vergleich zu den aktuellen Konsolentiteln sicherlich besser aus, aber im Vergleich zu PC-Spielen? Forza 5 sah zweifellos hübsch aus, aber derartig schöne Grafik hat Codemasters mit den F1-Spielen oder zuletzt Grid 2 auf dem PC schon länger zu bieten. So zumindest mein Eindruck.

Schade ist die Tatsache, dass weiterhin große Ankündigungen auf der E3 erfolgen und die gamescom weniger Überraschungen parat hat. Dead Island: Epidemic wurde kurz vor Messebeginn angekündigt, zumindest bei XCOM: Enemy Within erfolgte die Ankündigung selbst erst auf der Messe, wenngleich der Titel bereits einige Tage vorher durch das Netz geisterte. Jedoch dachten dort viele, es handle sich um ein komplett neues Spiel. Die zuvor bekannten Titel sind deswegen allerdings nicht weniger Wert und boten erstmals Anspielmöglichkeiten für die Spieler oder neues Bild-, Video- und Info-Material.

Meine größte Enttäuschung der gamescom ist eher schwer festzulegen. Möglicherweise Dead Island: Epidemic, weil MOBA nicht so mein Ding ist. Dafür kann das Spiel jedoch wenig. Oder Batman: Arkham Origins, bei welchem ich Neuerungen vermisst habe. Am meisten trifft es eher auf The Evil Within zu, aber nicht, weil das Spiel sonderlich schlecht ist, vielmehr aufgrund ganz anderer Erwartungen an den Titel bzw. dessen Präsentation.

Mein persönliches Messe-Highlight hingegen war mit Titanfall von Electronic Arts direkt der erste Titel, den ich mir auf der Messe angesehen habe. Zusätzliche Begeisterung gilt unter anderem auch NBA 2K14 und South Park: Der Stab der Wahrheit. Es gab viele tolle Titel zu sehen und zu spielen, wenngleich Probleme mit Gamepad-Steuerung nicht ganz ausblieben. Bei Battlefield 4 gab ich nach weniger als 5 Minuten lieber an einen anderen Redakteur ab, bei Assassin's Creed IV: Black Flag habe ich mich sicherlich recht ungeschickt angestellt und bei Wolfenstein: The New Order konnte glücklicherweise auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad gespielt werden. Da klappte es mit dem Gamepad erstaunlich gut.

Schade, dass mit Watch Dogs und Dying Light zwei Termine aufgrund Platzmangel zuvor gecancelt wurden. Einerseits ist es natürlich toll, überhaupt mit einem kleinen Magazin überall Termine zu bekommen, doch auf der anderen Seite wundere ich mich dann über mittelgroße Magazine, die mit drei oder vier Leuten zum gleichen Termin gehen. Immerhin haben diese sich teilweise bei den Hands-Ons abgewechselt.

Da die Business Area nur bis einschließlich Freitag geöffnet ist, stand für mich am Samstag ohne weiteren Messebesuch die Anreise an. Wobei ich den Tag dieses Jahr auch theoretisch gut hätte nutzen können, um noch nicht in Anspruch genommene VIP-Tickets zu nutzen. Doch drei Tage, an denen ich fast alles gesehen habe, was ich wollte, waren genug. Letzten Endes wieder eine sehr schöne gamescom, auf welcher ich erstmals Live-Zwischenstände via Twitter gepostet habe. Glücklicherweise hielt mein Akku jeweils bis zum Abend. Für das nächste Jahr bleibt etwas zu hoffen, dass es nicht wieder ganz so voll wird. Fotos zur gamescom 2013 gibt es auf Google+ und Facebook.