Testbericht: Dead Space

PC-Version, getestet von Falk Meier am

Doom 3 ist schon eine Weile her und das letzte Alone in the Dark war nicht allzu überzeugend, dennoch gelingt mit Dead Space die Vermischung der beiden Gameplay-Stile ausgesprochen gut.

Doch fangen wir vorne an: Sie sind Techniker Isaac, Teil eines Dreiköpfigens Teams auf dem Weg zur Ishimura, einem gigantischen Bergbauschiff. Dort ist jeglicher Kontakt abgebrochen und sie sollen das Problem lösen. Mit einer Bruchlandung auf dem Schiff angekommen vermissen sie zuallererst die Crew. Nicht lange jedoch und sie werden von eben jener in Form von völlig entstellten Monstern angegriffen. Was nun Folgt ist ein Überlebenskampf erster Güte: Mit kaum Ausrüstung und keiner Unterstützung von Außen muss die Ishimura repariert und auf Kurs richtung Heimat gebracht werden.

Dead Space spielt sich wie eine Mischung aus Shooter und Survival: Ihre Ausrüstung und Munition ist sehr begrenzt, die Gegner warten hinter jeder Ecke und greifen einen gerne unvorbereitet an. Dabei helfen die Lichtverhältnisse ebenso wie die die klaustrophobische Enge des Raumschiffes nicht unbedingt viel weiter. Hier merkt man schon die mischung der beiden Spielstile: Es gibt zwar weitaus mehr Gegner und Munition als bei einem klassischen survival Spiel, jedoch nicht in den Mengen wie bei einem typischen Shooter. Dadurch gibt es im Spiel keine großartig langatmigen Strecken, aber es gibt immernoch genügend Freiraum um Spannung und eine dichte Atmosphäre aufzubauen.

Der optische Stil des Spieles trägt dazu bei, vom ersten Menü an ist alles stimmig und greift optisch sauber ineinander. Dies geht sogar soweit, dass es im Spiel selbst kein typisches Menü auf dem Bildschirm gibt, alle Informationen werden entweder an der Spielfigur selbst (welcher man permanent über die rechte Schulter schaut) dargestellt, oder als Hologramm vor sie projiziert. Dies trägt enorm dazu bei sich in das Spiel zu vertiefen. Ebenso sind Speicherpunkte (als Wandkonsolen), die Upgrade-Funktion (als Werkbank) für die eigene Ausrüstung und der Shop (als vollautomatischer Shop für die Besatzung) sehr stimmig in die Spielwelt integriert, so dass man permanent im Spiel selbst bleibt und sich außer zum Laden und Beenden nie durch irgendwelche bildschirmfüllenden Menüs ablenken lassen muss.

Spielerisch bietet Dead Space betont langsam, man geht und rennt nicht durch die Gänge. Das verstärkt einerseits das Gefühl, dass der Anzug wirklich schwer ist, andererseits natürlich auch die Panik wenn unverhofft ein Gegner in nächster Nähe auftaucht. Für die Beseitigung eben jener verwendet man übrigens keine herkömmlichen Waffen: Mit einer Ausnahme werden fast nur Werkzeuge benutzt. Jetzt aber keine Angst dass man jetzt mit Schraubenzieher und Zange rumfuchteln muss: Gemäß dem Sci-Fi setting benutzt man Plasmacutter, Laserschneider und dergleichen. Und diese feuern auch nicht einfach nur auf einen Punkt, sondern meistens horizontale oder vertikale Flächen. Der Grund? Ganz einfach: Den Gegnern ist es ziemlich egal wenn ein Paar Kugeln im Kopf (oder das was einmal ein Kopf gewesen sein könnte) Landen, was ihnen allerdings wirklich zu schaffen macht sind abgetrennte Körperteile. Hier lohnt sich also genaues Zielen, erstens kann man Gegner durch gezieltes abtrennen der entsprechenden Körperteile verlangsamen oder Kampfunfähig machen, andererseits nehmen sie dadurch wesentlich mehr Schaden und man spart Munition.

Aber nicht nur das Kampsystem ist etwas ungewohnt, auch das Leveldesign ist etwas anders als üblich: Man läuft nicht durch einen langen, gebogenen und ab und an verzweigten Schlauch, sondern Start- und Endpunkt eines jeden Levels ist die Monorail-Station, von wo aus man dann nach in diesem Bereich erledigter Arbeit zum nächsten Bereich fährt. Dennoch sind die Level nicht zu offen, es gibt immer genau einen Punkt zu dem man gehen muss. Und falls man dennoch die Orientierung verlieren sollte, gibt es eine Funktion die einem Holographisch kurz den Weg durch eine Linie auf dem Boden markiert. Die Levels sind dabei sehr stimmig und in sich geschlossen designed, jeder Bereich erfüllt gut erkennbar eine Aufgabe auf dem Schiff, ist das die Krankenstation oder sind es die Triebwerksgeneratoren.

Wertung

Fazit

GC-Wertung
9,0
All das zusammen macht Dead Space zu einem grundsoliden, sehr erfrischendem Spiel. Es bleibt fordernd, verlangt einem aber nicht alles ab, es ist stimmungsvoll, lässt einen aber nicht alle 3 Meter aus dem Sessel springen, es bietet anspruchsvolle Kämpfe ohne den Spieler gegen eine Wand rennen zu lassen. Dead Space ist eine echte Empfehlung für alle, die auch Filme wie Event Horizon mögen.

Dead Space

Entwickler: EA Redwood Shores
Publisher: Electronic Arts
Genre: Survival Horror
Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe
Veröffentlichung: 06. November 2008
Plattform: PC
Weitere Informationen zum Spiel