Testbericht: FIFA 11

PC-Version, getestet von Stefan Brauner am

Nach den recht positiven Eindrücken der gamescom habe ich nach sieben Jahren mit FIFA 11 wieder EA Sports Beitrag zum jährlichen Erscheinen der Fußballspiele unter die Lupe genommen. Aus diesem Grunde werden keine großen Vergleiche gezogen, sondern lediglich der eigentliche Umfang des Spiels beschrieben. Ob die PC-Version für FIFA 11 dieses Jahr für Zufriedenheit sorgen kann?

Unaufhaltsam?

Wenn etwas den Spieler aufhalten kann, dürfte es wohl zunächst die Menüführung sein. Bei jedem Spielstart muss die Sprache ausgewählt werden anstatt, dass die Einstellung direkt abgespeichert wird. Es folgt als kurze Einführung der Weg vom Fußballprofi Kaka in das Stadion, was jedoch übersprungen werden kann. Nachdem zunächst die gewünschten Einstellungen geladen werden und die Verbindung zu den EA-Servern mit dem Onlineprofil hergestellt wurde, übernimmt der Spieler die Steuerung des Brasilianers und kann im 1on1 gegen einen Torwart etwas üben. Auch dies erfolgt bei jedem Spielstart. Erst mit dem Start-Knopf bzw. der Escape-Taste lässt sich das Hauptmenü endlich aufrufen.

Über weitere Screens lässt sich dann der gewünschte Modus anwählen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, so hält es dennoch etwas auf. So ist zunächst, trotz gespeicherter Spielstände, der Menüpunkt für einen neuen Spielstand ausgewählt. Beim Laden des gewünschten Spielstands wird gefragt, ob fortgesetzt werden soll, da alle ungespeicherten Fortschritte verworfen werden, auch wenn es direkt nach dem Spielstart noch keine Änderungen gab. Abbrechen anstelle von Fortsetzen ist hierbei die Standardauswahl. Um beim Managermodus fortzufahren, wären das somit von der Arena aus acht Tastendrücke, die getätigt werden müssen, ehe endlich weitergespielt werden kann. Und das nachdem schon vorher viel ausgewählt werden musste.

Ab diesem Zeitpunkt ist die Handhabung jedoch recht in Ordnung, wobei auch dort einiges verbesserungswürdig ist. Beispielsweise die Kameraperspektiven, bei denen es viel einfacher wäre, wenn diese direkt im Hintergrund so angezeigt wird, wie es gerade ausgewählt wird. Dann müsste nicht jedes Mal zwischen Menü und Spiel gewechselt werden bis die ideale Einstellung gefunden ist. Etwas hinderlich wirkt die Anzeige des Spielstandes, welche sich nicht am Bildschirmrand, sondern etwas weiter im Bild hängt. Zwar wird diese etwas transparenter, wenn sich das Geschehen hinter der Anzeige abspielt, dennoch stört es. Einzige Abhilfe ist, diese komplett abzustellen.


Der Weg zum Profispieler

Nachdem sämtliche Einstellungen vorgenommen und Bildschirmabfragen überwunden sind, kann es auch endlich mit dem Spielen losgehen. Einer der Offline-Modi ist Be a pro, in welchem ein einziger Spieler im Vordergrund steht. Zu Beginn wird ein beliebiger Spieler aus einem gewünschten Verein gewählt, dessen Steuerung im Spiel übernommen wird. Aufstellungen oder Taktiken sind Trainersachen und somit nicht mehr die eigene Sorge. Lediglich als Mannschaftskapitän kann darauf Einfluss genommen werden. Es kann jeder einzelne Spieler ausgewählt werden, mit Ausnahme des Torwarts.

Anstatt einen reell existierenden Spieler auszuwählen, kann auch bei Virtual Pro sein eigener Spieler erstellt werden. Gewählt werden kann unter anderem die gewünschte Spielposition, Aussehen einschließlich Accessoires, wie beispielsweise Schuhe, sowie Körpergröße- und Gewicht. Abhängig von dem Körperbau wird festgelegt, wie ausgeprägt bestimmte Eigenschaften sind. Leichtere Spieler sind etwas schneller, während schwerere Spieler etwas stärker sind. Ein sehr nettes Feature ist auch die Möglichkeit das eigene Gesicht für den Spieler zu verwenden. Hierzu bietet EA auf ihrer Internetseite die Möglichkeit ein Portraitfoto, welches bestimmte Richtlinien einhalten sollte, hochzuladen und in einem Assistenten bestimmte Punkte festzulegen. Im Anschluss wird ein 3D-Gesicht generiert. Kopf- und Bartbehaarung werden anschließend noch separat ausgewählt. Obwohl die Möglichkeit sehr nett ist, hat ein kleiner Selbsttest bei Einhaltung der Richtlinien leider nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.

Vor jeder Partie kann gewählt werden, ob nur ein einziger Spieler gesteuert werden soll, oder das gesamte Team. Wem es auf Dauer zu langweilig ist nur einen einzigen Spieler zu übernehmen und als Stürmer darauf zu hoffen, den Ball günstig zugespielt zu bekommen, der kann ganz normal die gesamte Mannschaft steuern und gleichzeitig seinen eigenen Profispieler voranzutreiben. Der gewählte Charakter hat bestimmte Ziele, die in der gesamten Saison sowie für die einzelnen Spiele erfüllt werden müssen. Als Stürmer gilt es beispielsweise zwei Tore in einem Spiel zu erzielen, das Spiel mit zwei Toren Vorsprung zu gewinnen und eine bestimmte Wertung zu erreichen, während bei Abwehrspielern anstelle von Toren einfach nur Schüsse gefordert sind. Die Wertung ändert sich laufend im Spiel und wird am unteren Bildschirmrand als Balkengrafik eingeblendet. Sie verbessert sich bei gewonnenen Zweikämpfen, Schüssen aufs Tor, gutem Dribbling oder auch einfach indem man auf der richtigen Position steht. Abzüge hingegen gibt es bei Ballverlust, schlechten Pässen, Fouls oder beim Stehen auf der falschen Position oder im Abseits. Selbst bei enorm schlechten Leistungen scheint der Trainer den eigenen Spieler aber auch nicht schnell auszuwechseln. Sollte es trotzdem nicht mehr weitergehen, zum Beispiel auch durch einen Platzverweis, wird die Partie simuliert. Somit entstehen auch keine großartigen Wartezeiten.

Beim Virtual Pro gibt es zudem noch Leistungen, die im Endeffekt mit den bei vielen Spielen enthaltenen Erfolgen vergleichbar sind. Sie sind eingeteilt in die Kategorien Defensive, Mental, Körperlich, Balltechnik, Schießen, Accessoires, Passen sowie Eigenschaften und Jubel. Beispiel für Defensive ist als Abwehrspieler ohne Gegentor zu bleiben, für Schießen das Erzielen von 10 Kopfballtoren oder ein Tor aus 27 Metern Entfernung zu Erzielen. Einige Leistungen können nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Trainingsarena, erzielt werden. Als Belohnung gibt es neue Jubelmöglichkeiten, Kleidungsstücke oder Verbesserungen des Fußballspielers. Um auch für Abwehrspieler spezifische Leistungen zu erreichen, kann die Hauptposition des eigenen Profis jederzeit geändert werden und wird dann auch in Be a pro übernommen. Unter Verwendung des Onlineprofils werden auf dem Profil der EA Fußball-Seite auch die letzten Ergebnisse und freigeschalteten Leistungen angezeigt.


Ligen und Turniere

Ein weiterer Offline-Spielmodus ist der Managermodus, bei dem der Spieler die Rolle eines Managers übernimmt und seine Mannschaft zum Erfolg verhelfen darf. Da es immer noch eine Fußballsimulation ist, ist dort der Manageraufwand auch sehr gering gehalten. So beschränken sich die zusätzlichen Möglichkeiten hauptsächlich auf Transfers sowie die üblichen Dinge, wie Aufstellungen oder Taktiken. Wer sich auf das Spielen selbst konzentrieren will, kann die Einstellungen auch vom Assistenztrainer erledigen lassen. Ansonsten ist es im Endeffekt ein ganz normaler Saisonmodus, in welchem die Steuerung des Teams übernommen wird, um mit dieser die Liga des Landes sowie diverse Pokalspiele zu absolvieren.

Wer nur eine einzige Saison einer beliebigen Liga oder ein Pokalturnier spielen möchte, der kann dies im neuen Turnier-Modus tun. Hier kann einer von 50 Wettbewerben, sowie die gewünschte Mannschaft ausgewählt werden. Falls dort nicht das passende dabei ist, kann auch kurzerhand ein eigener Wettbewerb ausgewählt werden. Es kann dabei eine Liga, eine Gruppenphase mit anschließendem K. O.-System oder nur eine K. O.-Phase gewählt werden. Dies ist hilfreich, wenn die Champions League oder eine Weltmeisterschaft ausgetragen werden soll, denn diese stehen standardmäßig nicht zur Verfügung. Nur das Hinzufügen einer eigenen Weltmeisterschaft ist sehr umständlich, denn wer ein Turnier mit 32 Teams möchte, muss jedes einzelne manuell hinzufügen. Dies bedarf somit viel Geduld, denn die Möglichkeit automatisch Nationalmannschaften für das Turnier auszuwählen gibt es nicht.


Trainingsmöglichkeit

Nach einiger Zeit stellte sich mir die Frage: Gibt es gar keinen Trainingsmodus? Doch. Den gibt es. Jedoch mehr oder weniger versteckt. Obwohl der Spieler jedes Mal dort landet, wo das Training auch stattfindet, ist der Trainingsmodus selbst nicht ganz so offensichtlich zu erkennen. Dieser ist in der Arena zu finden, also im Endeffekt beim Hauptbildschirm. Im Menü ist das Training nicht aufgeführt, sondern lässt sich via F1 bzw. der Back-Taste des Controllers aufrufen. So ganz offensichtlich ist das leider nicht aufgeführt; im Handbuch steht lediglich, dass das Training in der Arena stattfindet.

Wer seinen eigenen virtuellen Profi erstellt hat, steuert diesen im Training, ansonsten wird mit Kaka trainiert. Während Standardmäßig im 1on1, also in der 1-gegen-1-Situation, gegen den Torwart gespielt wird, können über das Menü auch das Trainingsspiel oder das Trainieren von Standardsituationen aufgerufen werden. Bei letzterem stehen zwar keine Elfmeter zur Verfügung, dafür Freistöße von verschiedenen Positionen aus, sowie Eckstöße.

Eine sehr gute Sache beim Training ist das Festlegen bestimmter Standards. Bei Freistößen oder Eckstößen lassen sich beispielsweise Laufwege anderer Spieler bestimmen, ausprobieren und abspeichern. Bei Freistoßsituationen werden die Standards abhängig von der Position, von welcher dieser ausgeführt werden soll, festgelegt. Tritt in einem Spiel dann eine Standardsituation von einer der Positionen auf, so kann einer der abgespeicherten Standards geladen und umgesetzt werden. Eine gute Möglichkeit, um Standardsituationen nicht nur einzustudieren, sondern auch im Spiel gut zu realisieren.


90 Minuten Spielspaß?

Eine reguläre Fußballpartie besteht bekanntermaßen in der Regel aus zwei Halbzeiten mit je 45 Minuten. In FIFA 11 werden die 90 Minuten nur virtuell erreicht, denn es kann nur eine maximale Halbzeitlänge von 20 Minuten eingestellt werden. Somit ist das Spielen in Echtzeit nicht möglich. Mag vielleicht daran liegen, dass nur der geringste Teil der Spieler auch so lange spielen möchte, aber zumindest die Option hätte schon bestehen sollen.

Nichtsdestotrotz kommt der Spielspaß aufgrund eines guten Handlings und glaubwürdigem Fußball-Gameplay nicht zu kurz. Die Schwierigkeitsgrade sind gut eingeteilt, sodass es bei leichterer Einstellung noch möglich ist, recht einfach und ungehindert über das Spielfeld zu laufen und massig Tore zu schießen. Schon eine Stufe schwerer macht sich dann deutlich bemerkbar, dass die Bälle auch häufiger verloren gehen und deshalb auch etwas geschickter gedribbelt und gepasst werden sollte. Mit zunehmender Schwierigkeit wirkt es jedoch keineswegs unrealistisch und übertrieben stark, sondern eher wie eine etwas intelligentere KI, welche die eigenen Fehler etwas schneller bestraft.

Je nach Fußballer sind auch unterschiedliche Tricks möglich, welche auch in der Arena trainiert werden können und zum Großteil sogar im Handbuch beschrieben sind. Mit einigen Tastenkombinationen sind somit unter anderem auch Übersteiger, Drehungen oder Hackentricks möglich. Die Spezialbewegungen bedürfen etwas Übung und ein richtiges Timing, doch wenn man den Bogen erst mal raus hat, können sich diese Tricks auf dem Spielfeld durchaus als hilfreich erweisen. Das Ballverhalten ist größtenteils gut, nur leider sind die Pässe nicht unbedingt so präzise, wie es hätte sein sollen. So kommt es hin und wieder vor, dass der Pass nicht genau in die Richtung geht, die mit dem Stick angedeutet wurde, und landet dann beim falschen Mitspieler oder auch direkt beim Gegner. Auch der Pass in den Lauf verhält sich manchmal etwas merkwürdig, weshalb gerade bei kürzeren Distanzen lieber darauf verzichtet werden sollte, um einen Ballverlust zu vermeiden. Eine schöne Kleinigkeit ist auch, dass der Ball hin und wieder auch am Schiedsrichter abprallt und dieser nicht einfach nur Luft ist. Sollte dieser den Ball abbekommen, wird es auch von den Kommentatoren erwähnt.

Standardsituationen sind im Gegensatz zu früheren Teilen keine totsichere Torchance mehr. Bei Ecken und Freistößen ist eine präzise Ausführung wichtig, ebenso wie etwas Glück, dass auch kein gegnerischer Spieler im Weg ist oder dieser zumindest das Kopfballduell verliert. Als kleine Hilfe stehen dafür die bereits angesprochenen Standards, die  abgerufen werden können, zur Verfügung. Inzwischen dürfen auch die schnell ausgeführten Freistöße nicht fehlen. Gerade bei harmloseren Positionen ist es nun nicht mehr notwendig zu warten, um einen Freistoß ausführen zu können. In einigen Situationen wird der Ball kurz gestoppt, geschaut wo der nächste freie Spieler ist und dann schnell weitergespielt. Dies kann sowohl der Spieler selbst, als auch der Gegner anwenden. Besonders gut ist auch, dass bei Eckstößen zum Spielschluss sogar der Torwart mit nach vorne kommt, wenn die Chance besteht, eine Niederlage abzuwenden.


Fußballatmosphäre

Wer sich auf dem Spielfeld um einen Sieg gemüht, der möchte dies auch in einer für ein Fußballspiel passenden Atmosphäre tun. Dazu gehören nicht nur die Kommentatoren, sondern auch Stadion, Fans und Kommunikation auf dem Platz. Die Kommentatoren sind im Grunde recht hinnehmbar, auch wenn es bei der PC-Version noch die alte Besetzung ist und häufig viele Fehlinformationen erzählt werden. Dazu aber später mehr. Dafür fällt positiv auf, dass manchmal auch historische Fakten erzählt werden. Beispielsweise bei einem Spiel von Werder Bremen wird vom Patzer von Tim Wiese im Spiel gegen Juventus Turin von 2006 erzählt.

Auch das Gefühl in einem Stadion zu sein, ist schon mal vorhanden. Dafür sorgten unter anderem auch die Stadionsprecher, die nicht nur die Torschützen verkünden, sondern hin und wieder auch Hinweise, dass sich bestimmte Personen melden mögen oder auch dass Feuerwerkskörper im Stadion verboten sind. Auf dem Platz sind zudem häufige Zurufe zu hören und sorgen für zusätzliche Authentizität.

Der Blick in die Zuschauermenge hat vor einigen Jahren schon viel Schlimmeres gezeigt. Nun herrscht dort auch etwas Bewegung und es lässt sich in den Wiederholungen beobachten, wie die Zuschauer bei Toren oder Torchancen aufspringen. Die Presse, die hinter den Banden postiert ist, sowie die Ordner bleiben jedoch starr und bewegen sich keinen Millimeter. Sie blicken stets ins Leere anstatt ihr Objektiv auch passend zum Spielgeschehen mitzubewegen. Schön, dass zumindest die Zuschauer ein Lebenszeichen von sich geben, doch wenn plötzlich eine große Menge blaue oder lila T-Shirts trägt, obwohl keiner der beiden Teams diese Trikotfarben hat, ist das schon etwas merkwürdig. Natürlich müssen die Fans nicht unbedingt das Trikot anhaben, doch es hätte etwas mehr Individualität geben sollen. Anscheinend gab es dort hässliche T-Shirts im Sonderangebot. Das ist für den Betrachter jedenfalls schon etwas irritierend und es fehlt zumindest optisch etwas das Gefühl, vor den eignen Fans zu spielen.


Ein mäßiger Auftritt

Auch wenn bei einem Fußballspiel die Grafik ein eher zweitrangiger Faktor ist, so gehört sie dennoch einfach mit dazu und sollte auch ordentlich sein. Im Großen und Ganzen macht FIFA 11 dabei auch einen recht guten Eindruck. Es sieht zumindest schon mal besser aus als die Vorgänge und auch die Spieler sind echt in Ordnung dargestellt, auch wenn es dort noch viele gibt, die keine große Ähnlichkeit mit dem Vorbild haben. Doch im Idealfall ist auf dem ersten Blick sofort zu erkennen, um wen es sich handelt, wie beispielsweise bei Podolski, Wiese oder Marin. Ebenso sehen die verschiedenen Stadien sehr gut aus, doch die bereits angesprochenen Fans, Fotografen oder auch Ordner machen eine eher mäßige Figur. Die Anzeigetafel im Stadion ist typischerweise nicht wirklich in Betrieb und zeigt  auch nur englische Texte an, was jedoch kaum stört, da diese ohnehin nur selten im Bild ist.

Weniger schön ist dabei der Regen, der in Form von merkwürdigen Strichen vom Himmel fällt. Skurril auch, dass dieser teilweise in den Highlights nach dem Spiel plötzlich weg ist. Der Zustand des Spielfelds bleibt im Übrigen auch die ganze Spielzeit lang gleich. Selbst, wenn der Rasen bei durchgehendem Regenfall ordentlich belastet wird, sieht er nach 90 Minuten genauso frisch aus wie zum Anpfiff der Partie.

Auf Dauer nervend sind Torjubel und Auswechslungen. Nach einem Tor rennt der Torschütze bis zur nächsten Linie, was mitunter schon über ein Viertel des gesamten Fußballfeldes ist, ehe die richtige Jubelszene beginnt. Während der vorherigen Rennszene kommt es auch vor, dass der Akteur gegen den Pfosten oder den Torwart läuft. Bei Auswechslungen wird jedes Mal vorher das Stadiondach gezeigt. Erst nach einigen Sekunden unnötiger Wartezeit dann die Szene mit dem eigentlichen Wechsel. Selbst bei einem Doppelwechsel steht dabei immer nur ein Spieler an der Linie und wartet auf seinen Einsatz.


Veralteter Umfang?

Nachdem mir auf der gamescom erzählt wurde, dass das Spiel von Grund auf neu Entwickelt wurde und sogar besser als auf den Konsolen aussehen soll, hatte ich auch damit gerechnet, dass es mit der Konsolenversion von FIFA 11 verglichen wurde. Doch irgendwie wurde bei der „Neuentwicklung“ für den PC zunächst eine alte Version angepeilt. Denn die Features, die bei FIFA 11 neu sein sollten, wie beispielsweise die Torwartsteuerung, gibt es bei der PC-Version überhaupt nicht. Auch die Kommentatoren sind die vom letzten Jahr. So gibt es Buschmann und Breuckmann nur auf den Konsolen, die PC-Spieler dürfen sich noch Tom Bayer und Sebastian Hellmann anhören.


Fehlerteufel

Leider ist das Spiel auch von einigen, mal mehr und mal weniger störenden, Fehlern geplagt. Gerade bei den Kommentatoren gibt es genügend Falschaussagen. Beispielsweise heißt es, dass aufgrund von Verletzungspausen noch Nachspielzeit gab, obwohl keiner verletzt war. Wenn der Torwart klärt, war es laut deren Aussagen der Abwehrspieler, aus einer Ecke wird ein Einwurf und beim DFB-Pokalspiel kämpfen die Teams plötzlich um drei Punkte.

Ebenfalls störend ist, dass beim Spielstart stets eine Fehlermeldung auftaucht, welche glücklicherweise keine Auswirkung hat, sodass trotzdem gespielt werden kann. Viel schlimmer ist jedoch, dass das Spiel nach Pokalspielen abstürzt. Ein anscheinend häufigerer Fehler, der sich nur dadurch umgehen lässt, indem die Partie gespielt wird ohne mit seinem FIFA-Account eingeloggt zu sein. Sogar ein Fehler im Regelwerk war zu beobachten. So führte ein Abstoß in die gegnerische Hälfte zu einem Abseits, obwohl dies nach den offiziellen Regeln falsch wäre.

Wer online Spielen möchte, wird aufgefordert den inzwischen erschienenen Patch mit einem Klick auf OK herunterzuladen. Nur dummerweise landet man dann auf einer Seite, wo lediglich steht, dass es in Kürze weitere Informationen zu einem Patch geben wird. Somit muss sich selbst auf die Suche nach dem Patch gemacht werden. Durch den Patch wurde zumindest das Absturzproblem behoben.

Wertung

Fazit

GC-Wertung
8,5

Mit FIFA 11 bekommen die Besitzer der PC-Version ein recht passables Fußballspiel geboten, welches einen recht authentischen Eindruck vermittelt und zudem ordentlich Spielspaß bietet. Gerade die Möglichkeit mit einem virtuellen Profi, welchem sogar das eigene Gesicht verpasst bekommen kann, in einem Wunschverein die Karriere zu erleben und dabei nicht zwangsläufig nur die eigene Person steuern zu müssen, sorgt zusammen mit den freischaltbaren Leistungen für viel Spaß. Dennoch ist es enttäuschend, dass die für FIFA 11 angekündigten Features nur für die Konsolen galten und die PC-Version noch etwas hinterherhinkt.

FIFA 11

Entwickler: EA Sports
Publisher: EA Games
Genre: Fußball
Altersfreigabe: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Veröffentlichung: 30. September 2010
Plattform: PC
Weitere Informationen zum Spiel
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