Vorschau: Resident Evil 6

PC-Version, getestet von Stefan Brauner am

Resident Evil – eine Franchise, die mit Horror angefangen hat und sowohl bei den Spielen als auch den Verfilmungen immer mehr in Richtung Action ging. Auf der gamescom 2012 präsentierte Capcom jeweils einen Abschnitt mit zwei der drei Charakter-Paare und zeigte, dass es trotzdem noch Survival-Elemente zu bieten hat.

In Resident Evil 6 bedroht der gefährliche C-Virus die Menschheit. Die Folge ist natürlich kein Schnupfen oder Durchfall, sondern Mutationen, sodass infizierte Personen unter Umständen später als Zombie unter uns weilen oder plötzlich abnormale Gebilde als Arm besitzen. Der Ausbruch des Virus ist dieses Mal global und nicht auf eine bestimmte Region beschränkt.

Die Kampagne besteht aus drei einzelnen Storylines, welche mit jeweils einem Charakter-Paar gespielt wird: Leon S. Kennedy mit der Agentin der US-Regierung Helena Harper, Chris Redfield mit seinem BSAA-Partner Piers Nivans sowie Jake Muller Auftragssöldner und Sohn von Albert Wesker, zusammen mit Sherry Birking, einer Tochter zweier früheren Umbrella-Wissenschaftler. Die drei Kampagnen sind in gewisser Weise eigenständig, haben aber auch einige Überschneidungen. Bis zum Ende sollen ungefähr 30 Stunden Spielzeit vergehen. Nach dem Durchspielen der Kampagnen wird sogar eine vierte Einzelspieler-Kampagne mit Ada Wong freigeschaltet. Außerdem lassen sich die ersten drei Kampagnen aus der Rolle des Sidekicks spielen.

Wie schon bei Resident Evil 5 sind die Kampagnen aufgrund der zwei Charaktere ideal für das kooperative Gameplay. Das Spiel darf also entweder alleine oder mit einem Freund zusammen gespielt werden. Zumindest auf den Konsolen existiert ein Split-Screen-Modus, um auch offline gemeinsam zocken zu können. Für diejenigen, die das Spiel alleine meistern, übernimmt die KI die Steuerung des Partners. Damit nicht allzu viel Zeit damit verbracht werden muss, den Partner zu in Notsituationen zu retten, wurde die KI verbessert. Eine weitere Änderung ist, dass liegengebliebene Gegenstände für beide Charaktere zur Verfügung stehen und ein Wegschnappen somit nicht möglich ist.

Zu den Neuerungen des Spiels gehört einen kleines Rollenspielelement. Neben den üblichen Gegenständen hinterlassen die getöteten Gegner hin und wieder Skillpunkte. Vor jeder Mission können die aus dem vorangegangenen Abschnitt gesammelten Skillpunkte in die Verbesserung von Fähigkeiten investiert werden. Genau das richtige für diejenigen, die gerne ihren Charakter gerne aufleveln. Zudem ist es ein Grund mehr, in der Spielwelt die Augen offen zu halten.

Die gezeigten Spielszenen waren zwar nicht sonderlich gruselig, doch ein Abschnitt in einem etwas düsteren Haus geht in die richtige Richtung. Wenig Licht, wenig Platz, hinter jeder Ecke könnte ein Angriff lauern. Das sorgt für eine größere Anspannung als die freie Bewegung bei strahlendem Sonnenschein auf einem großen Platz, auf welchem die Gegner zumeist schon früh zu sehen sind. Der Survival-Part liegt in diesem Spiel bei dem bedachten Einsatz von Ressourcen. Einfach Shooter-mäßig durchrennen und alles niedermetzeln, was einem in die Quere kommt, und beim nächsten Checkpoint neue Waffen und Munition en masse aufnehmen, ist bei Resident Evil 6 nicht möglich.

Um einen problematischen Munitionsengpass braucht sich dennoch keine Sorgen gemacht werden, da nun verschiedene Nahkampfangriffe ausgeführt werden dürfen. Jeder Charakter hat seine eigenen Moves. Die harten Schläge und Tritte sind eine effektive und munitionssparende Alternative. Mit dem Schnellschuss kann ohne großartig zu zielen auf einen Gegner geschossen werden, welcher daraufhin vorerst gelähmt ist. Ein harter Tritt gibt ihm dann den Rest. Zusätzlich zu den normalen Nahkampfangriffen, welche jederzeit ausgeführt werden können und nicht nur als Finish-Move, gibt es situationsbedingt weitere Nahkampfaktionen. In der passenden Situation wird dem Spieler dies angeboten, um die Monster mit einer schön anzusehenden Bewegung niederzustrecken.

Der Spielstil ist unter anderem von der Kampagne abhängig. Die Kampagne mit Chris Redfield und Piers Nivans ist deutlich actionlastiger gestaltet, was die gezeigten Spielszenen unter Beweis stellten. Deutlich entfernt von dem ursprünglichen Resident Evil und viel mehr wie ein ganz normaler Shooter, doch viele Spieler wollen nun mal Action sehen. Die Inszenierung kommt an die großen Shooter-Titel jedoch nicht heran, macht aber nichts. Stattdessen gibt es beeindruckende Gegner, wie beispielsweise ein ungefähr drei Stockwerke großes Monster. Imposant und natürlich extrem gefährlich. Wie bei jedem Boss-Kampf reicht es nicht einfach auf dieses Ungeheuer einzuschießen. Es gilt seine Schwachstelle zu finden, seinen Angriffen auszuweichen und gleichzeitig weitere Angreifer zu töten und dessen Munition dankbar in Empfang zu nehmen.

Grafisch konnte ich auf dem ersten Blick keine großen Unterschiede zum Vorgänger ausmachen. Es darf aber sicherlich wieder damit zu rechnen sein, dass auf dem PC dank PhysX und DirectX 11 etwas mehr zu bieten haben wird. Offiziell wurde in der Richtung bislang jedoch nichts angekündigt. Die Steuerung erhielt in Resident Evil 6 eine Rundumerneuerung, sodass endlich auch während der Bewegungen geschossen werden darf. Einen eigenen Eindruck zur Steuerung konnte ich mir bislang nicht verschaffen. Bis Resident Evil 6 mit Maus und Tastatur gespielt werden darf, vergeht noch etwas Zeit, denn die PC-Version folgt erst etwas später.

Fazit

Neue Steuerung, drei Hauptkampagnen mit unterschiedlichen Charakteren und jeweils eigenem Spielstil und eine gesunde Mischung aus Action und Survival. So lässt sich Resident Evil 6 recht gut beschreiben. Die zusätzlichen Nahkampfattacken sind sehr hilfreich, vor allem für diejenigen, die verschwenderisch mit Munition umgehen. Optisch macht das Spiel eine gute Figur, atmosphärisch bleibt aber eindeutig der Horror etwas auf der Strecke. In einem gezeigten Abschnitt ging es in die richtige Richtung, war aber nicht wirklich unheimlich, im anderen wiederum war es nur pure Action. Trotz bisher wenig Horror ist mit einem guten Resident Evil 6 zu rechnen.

Resident Evil 6

Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Genre: Survival Horror
Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe
Veröffentlichung: 22. März 2013
Plattform: PC
Weitere Informationen zum Spiel