Electronic Arts
Zusammenfassung der gamescom-Pressekonferenz

geschrieben von Stefan Brauner am 21.08.2013, 02:03

Wie bereits in den letzten Jahren fand auch dieses Mal die Pressekonferenz von Electronic Arts am gamescom-Vorabend statt. Dort stellte der Publisher gemeinsam mit ihren Entwicklerstudios zehn ihrer kommenden Spiele vor, welche auch auf der gamescom 2013 selbst vertreten sein werden. Wie schon im letzten Jahr stand die gesamte Pressekonferenz im Live-Stream zur Verfügung und Pressesprecher Martin Lorber beantwortete gleichzeitig im Chat Fragen der Community.

Die Show begann mit einem Video, bestehend aus Real-Szenen gemischt mit CGI, als Einstimmung auf Die Sims 4. Netter Teaser, sagte aber natürlich noch nicht allzu viel aus. Dennoch sorgte das für ordentliche Begeisterung in den vorderen Reihen, die aus vielen Sims-Fans mit dem Sims-Logo über ihrem Kopf bestand. Rachel Franklin, Executive Producer bei Maxis, gab einen kurzen Überblick über die Neuerungen der Lebenssimulation. Drei der wichtigen Merkmale waren die kreativen Werkzeuge, das dynamische Gameplay und die Emotionen.

Die Sims sind in ihrer Evolution vorangeschritten und wirken somit mit ihrem Verhalten menschlicher als zuvor. Ihre Emotionen lassen sich durch Aktionen oder gar der Einrichtung beeinflussen. Die Anpassungen von den Sims, denen sogar unterschiedliche Gangarten zugewiesen werden können, sowie den Gebäuden wird künftig einfacher sein.

Es folgte das Free-to-Play-Strategiespiel Command & Conquer mit dem Showmatch „King of Köln“ zwischen zwei deutschen Spielern mit den beiden Spielfraktionen EU gegen GLA. Das Match hat keine fünf Minuten gedauert und diente sicherlich eher der Demonstration als einem echten Gefecht, da die Pressekonferenz sich ansonsten unnötig lange hinausgezögert hätte. Command & Conquer befindet sich bei Victory Games Titel in Entwicklung und hat derzeit den Alpha-Status, sodass in nächster Zeit weitere Generäle, Karten und Modi folgen.

Eine wirklich schöne Meldung: 2014 wird es tatsächlich einen Kampagnen-Modus für Singleplayer und Koop geben. Als C&C-Fan finde ich das grundsätzlich positiv, doch die Euphorie kommt mangels Unwissenheit über das geplante Preismodell hierfür noch nicht auf. Schließlich heißt Free-to-Play nicht, dass alles kostenlos ist. Insofern würde es mich wundern, wenn EA die gesamte Kampagne „verschenkt“.

Zu Dragon Age: Inquisition gab es lediglich eine Folge des Entwicklertagebuchs. In dem Rollenspiel wird der Spieler freie Entscheidungen treffen können, die sich auch das Geschehen auswirken.

Popcap freut sich über EAs erfolgreichstem Mobile-Launch mit Plants vs. Zombies 2 und kündigte mit Far Future die erste Erweiterung an. Für PC, Xbox 360 und Xbox One erscheint der Ableger Plants vs. Zombies: Garden Warfare, einem 3rd-Person-Shooter mit Frostbite 3-Engine. Das Spiel lässt sich im Koop, Splitscreen oder Online-Multiplayer spielen. Sogar die Zombies lassen sich spielen. Sie werden in die Klassen All-Star, Engineer und Scientists unterteilt. Exklusiv für Xbox One mit Kinect und der SmartGlass-App für mobile Geräte steht ein Boss-Modus bereit, der quasi als Gefechtskontrolle mit einer Kartenübersicht und zusätzlichen Möglichkeiten dient. Abschließend zeigte PopCat ganz kurz Peggle 2 als Xbox One-exklusives Puzzle-Spiel.

Die Fans von Mix Martial Arts durften sich über UFC freuen, dessen Moderatoren von Bruce Buffer angekündigt wurden. Zu dem Kampfsportspiel, welches auf die EA-Sports Ignite-Engine setzt, gab es ein paar Pre-Alpha-Gameplay-Szenen zu sehen, Release ist im Frühjahr 2014. Garry Cook machte zudem noch etwas Werbung für den derzeit schnellst wachsenden Sport und kündigte an, dass die UFC nächstes Jahr wieder nach Deutschland kommt.

Einen in meinen Augen sehr netten Eindruck machte Need for Speed Rivals. Das Rennspiel mit einer dynamischen offenen Spielwelt hat den Anspruch eines fließenden Übergangs zwischen Singleplayer, Koop und Multiplayer und verspricht viel Action in den Duellen zwischen Rasern und Cops. Die Fahrzeugpersonalisierung bietet Millionen von Möglichkeiten. Inwieweit das optische Tuning dabei über die Lackierung hinausgeht, wurde nicht gezeigt. Mit unterschiedlichen Aktionen sammeln die Spieler Speedpoints führ ihre Speedlist, um sich schließlich neue Freischaltungen zu verdienen. Darunter zählen auch zusätzliche Fahrzeuge. Nach 7 Jahren ist endlich wieder Ferrari mit bei Need for Speed vertreten.

„Nur“ ein Gameplay-Video gab es von Titanfall zu sehen. Es überrascht wenig, dass der Titel bei der letzten E3 einige Preise abgeräumt hat und für den gamescom Award 2013 in fünf Kategorien nominiert ist. Neben all den Fortsetzungen tut sich der Ego-Shooter als einzige neue Marke im Portfolio hervor; UFC mal außen vor gelassen, schließlich gab es davon bereits Spielumsetzungen von THQ. Das Titanfall-Video hatte reichlich actionreiche Szenen des Gefechts mit den großen Mechs gegeneinander sowie im Kampf gegen Soldaten. Einen guten Eindruck macht auch das Movement der Einheiten, die sich mit einer Art Jet-Pack schnell und vor allem auch weiter nach oben bewegen können.

EA Sports Zugpferd ist auch weiterhin die FIFA-Franchise. Für die mobilen Geräte erscheint FIFA als Free-to-Play-Titel. Auf das gleiche Bezahlmodell setzt FIFA World, welches jedoch vorerst nur in Russland und Brasilien zur Verfügung stehen wird. Größere Verbreitung hat FIFA 14, bei welchem die neue EA Sports Ignite-Engine zum Einsatz kommt. Das Fußballspiel umfasst Lizenzen von 33 Ligen und über 600 Clubs. Der Season-Modus wird um kooperatives Gameplay erweitert. Exklusiv für Xbox 360 und Xbox One wird es FIFA 14 Ultimate Team Legends geben, zu dessen Vorstellung sich EA Lothar Matthäus auf die Bühne holte, der zu den Legenden-Spielern dieses Modus zählt. Dank der neuen Engine soll die gesamte Atmosphäre authentischer als je zuvor sein. „Living World“ nennt EA Sports das. Von den Eröffnungszeremonien bis hin zu über 100 positionierten Kameras um das Spielfeld herum, die unter anderem bei den Wiederholungen brauchbar sein dürften.

Das Beste zum Schluss? Mag sicherlich Ansichtssache sein, doch ein Action-Highlight ist Battlefield 4 zweifellos. Nicht umsonst ist der Ego-Shooter gleich in sechs Kategorien für den gamescom Award 2013 nominiert. Damit ist es zumindest von den Nominierungen her Spitzenreiter. Ab Anfang Oktober beginnt die Beta-Phase zum ausgiebigen Testen des Multiplayer-Modus. Die dynamische Umgebung soll die Multiplayer-Gefechte beeinflussen und dafür sorgen, dass kein Match wie das andere ist. Einige Interaktionen wirken sich nur geringfügig aus, wie beispielweise das Auslösen von Alarmanlagen der Fahrzeuge zwecks Ablenkung, andere hingegen sorgen für eine enorme Zerstörung.

Die besonders großen Fans der Franchise sollten sich Battlefield 4 Premium nicht entgehen lassen. Die Mitglieder erhalten kostenlos und zwei Wochen früher Zugriff auf die fünf DLCs China Rising, Second Assault, Naval Strike, Dragon's Teeth und Final Stand.

Letzten Endes weder eine überraschende Neuankündigung noch weiteres Material von Mirror's Edge. Verwunderlich ist dies jedoch nicht, da große Ankündigungen eher auf der E3 erfolgen. Und mit dem Teaser von Mirror's Edge wollte EA vermutlich nur bestätigen, dass der Titel wirklich in Arbeit ist. Es ist sicherlich viel zu früh für umfangreichere Szenen. Immerhin gab es zu den bereits bekannten Titeln neue Informationen bzw. zusätzliche Ankündigungen und teilweise Gameplay-Szenen. Fotos zur Pressekonferenz gibt es wieder bei Google+ und Facebook zu finden.